Eine kurze Anmerkung zum Superwahljahr 2011... Wahlen sind die Ermächtigung der Herrschaft durch die Untertanen. In Wahlen nimmt der Bürger Abstand von all den Interessen, die er in seinem Alltag schlecht und recht zu wahren versucht. Er stellt sich auf den Standpunkt der "notwendigen" Ordnung, die ihm und seinesgleichen Schranken setzen "muss". Er macht sich für ordentliches Regieren stark - was auch immer die Herrschaft an "Notwendigkeiten" auf die Tagesordnung setzt - und verzichtet auf Kritik und ihre Durchsetzung. Die große Mehrheit des eigentumslosen Volkes erteilt den Bescheid, dass sie die ihm vom demokratischen Staatswesen widerfahrenden Schäden weiterhin gehorsam erträgt. Die Mehrheit des Volkes, die von der Arbeit schlecht und recht leben muss, auf deren Nutzen der Staat aber setzt, entmachtet sich mit der Abgabe des Stimmzettels und gibt ihre Zustimmung zu den Zwecken und Machenschaften der Politiker, die nach Maßgabe der Staatsnotwendigkeiten über das Volk regieren. Der freie Wille des Bürgers sieht ab von dem, was ihm gut täte und was das "System" ihm antut, er entscheidet über nichts außer sich zum Ja! zur Herrschaft. Dabei darf sich aber der politische Geschmack der Leute austoben; sie haben die Wahlfreiheit und können entscheiden, welche Person und/oder Partei die Herrschaft ausübt. Alle Wahlkreuze gehen vom Volke aus, damit die Obrigkeit souverän, also ohne Rücksicht auf das Volk, dessen Vertrauen sie mit der Wahl hat, regieren und Schaden von der Nation abwenden kann. Um nichts als um das im Wählerkreuz zum Bild gewordene Signum der Ohnmacht des Bürgers werben die Parteien, die Stimmen brauchen, um an die Macht zu kommen oder an ihr zu bleiben. Das Mittel des Wahlkampfes der konkurrierenden Parteien ist die Vorspiegelung des Scheins, diese oder jene Alternative an der Macht wäre in irgendeiner Weise vorteilhafter für den untertänigen Kreuzemaler. Eine augenfällige Lüge, da der Vorteil für den Stimmbürger nicht in Gütern fürs Leben berechnet wird, sondern es den Leuten guttun soll, wenn die Bundesrepublik im Innern und nach Außen erfolgreich agiert und dafür mit einer starken politischen Führung versehen ist. Quelle: www.gegenstandpunkt.com |